28
Jan

Bildung in den Wolken

Ob Fernuni, MOOCs oder Webinar – heute gibt es unzählige Möglichkeiten, sich online weiterzubilden. Wir haben uns einige Angebote für euch angesehen.

Foto: Thinkstock

Dein Wunschstudium wird dort, wo du lebst nicht angeboten? Neben der Arbeit bleibt keine Zeit mehr um Fortbildungsseminare zu besuchen? Das sind keine Gründe, die einen davon abhalten sollten sich weiterzubilden, denn längst ist Bildung nicht mehr von der eigenen Mobilität und Flexibilität abhängig. Wer seinen Horizont und sein Können erweitern möchte, braucht heute eigentlich nicht mehr als einen Laptop und eine Internetverbindung. Es gibt schließlich zahlreiche online Weiterbildungsangebote, wie zum Beispiel Fernstudien oder sogenannte „Webinare“, die vor allem für Berufstätige eine gute und oftmals kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Kursen mit Anwesenheitspflicht darstellen. Wir haben uns verschiedene Angebote für euch angesehen:

Fernstudium

„Nebenher noch an einer Präsenzuni zu studieren wäre für mich zeitlich nicht möglich gewesen“, erzählt die 25-jährige Paulina Hoffmann, die Politikwissenschaft, Soziologie und Geschichte auf der „Fernuni Hagen“ studiert. Zu dem Studienangebot der Fernuni zählen Bachelor- und Masterstudien in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Psychologie oder Philosophie. Wer auf einer Fernuni studiert, dem bleibt der Gang auf die Uni bis auf wenige Male erspart, denn außer den Prüfungen spielt sich alles online ab. Examen werden an regionalen Stellen in Deutschland, aber auch Österreich abgehalten. Die Kurse finden auf Plattform wie etwa „Moodle“ statt, wo man Seminararbeiten abgibt und schriftliches Feedback erhält. „Der Hauptteil des Fernstudiums besteht aus Lesen. Manchmal gibt es auch eine Online-Vorlesung, aber das ist eher die Ausnahme“, so die Studentin. Diese wird dann den Studierenden in Form eines Podcasts im Netz zur Verfügung gestellt. 100 Euro kostet ein Teilzeitstudium pro Semester. Für Hoffman stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis: „Mit dem Fernstudium bin ich sehr zufrieden“, so die 25-Jährige. Der einzige Nachteil sei, dass es keinen persönlichen Austausch gebe und man sich den Stoff selbst manchmal sehr mühsam erarbeiten müsse. Der Lernumfang sei sehr hoch und erfordert zudem große Selbstorganisation: „Dadurch, dass ich theoretisch immer und von überall was für die Uni machen kann, sitzt das oft auch im Hinterkopf, dass man eigentlich jetzt etwas lernen könnte“, so Hoffmann. Das hohe Maß an Disziplin scheint aber nur wenige von einem Fernstudium abzubringen: Derzeit sind einzelne Studiengänge, wie etwa der Master in Psychologie, aufgrund großer Nachfrage sogar ausgebucht und erst ab 2017 wieder belegbar.

Massiv Open Online Courses (MOOCs)

Neben Fernunis gibt es auch globale Online-Plattformen wie „Coursera“ oder „Udacity“ die akademische Kurse anbieten. Diese sind meist freizugänglich und kostenlos. Hier werden in der Regel nicht ganze Studiengänge, sondern lediglich „Certificates“ angeboten. Anhand von Online-Diskussionen, Hausaufgaben und Videos eignet man sich das Wissen an. Auch die „MOOC“-Kurse erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Zu den bestgebuchten Angeboten zählen etwa Programmier-, Social Media-, aber auch Meditations-Kurse. Alleine das Angebot von „Coursera“ soll derzeit von 10 Millionen Menschen genützt werden. Die Kurse werden von verschiedenen Universitäten auf der ganzen Welt angeboten, darunter auch amerikanische Eliteunis wie etwa die Stanford University. Ein großer Vorteil von MOOCs ist, dass jeder das Angebot nutzen kann, und dass sie wenig bis gar nichts kosten.

Webinare zur Weiterbildung

Neben den akademischen Angeboten gibt es auch private Institute oder Unternehmen, die sogenannte „Webinare“ zur Weiterbildung anbieten. Webinare sind Seminare, die im Netz gehalten werden. Anders als Online-Vorlesungen wie etwa Podcasts, sind Webinare in der Regel interaktiv ausgelegt. Wie auch in Seminaren spielt der Austausch zwischen den TeilnehmerInnen und Vortragenden eine wichtige Rolle. In Österreich bietet die Wirtschaftskammer kostenlose Webinare für Einpersonenunternehmen an. Die Kurse werden von ExpertInnen live gehalten und nach der Einheit werden die Webinare auf YouTube online gestellt. Es gibt sogar eigene Plattformen wie etwa „Go To Webinar“ oder „Webinars OnAir“ auf denen man selbst Webinare abhalten kann.
Fazit: Während international das Weiterbildungsangebot im Netz groß ist, zeigt sich das Angebot in Österreich noch als ausbaufähig. Das könnte sich aber bald ändern, denn in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsuniversität (WU) und der Technischen Universität (TU) soll in Wien-Brigittenau ein Studio entstehen in dem ab Jänner 2016 MOOCs produziert werden. Diese sollen frei zugänglich sein und auch Flüchtlingen zur Verfügung stehen.

Links:
Webinare:
www.wko.at
Fernstudium:
www.studieren.at/fernstudium-in-oesterreich
www.fernuni-hagen.de
Online Campus:
www.coursera.org
www.udacity.com